Hauptseite > Hause Renovierung > Gasofen und Ventilation - was sollte man wissen?

Ist ein Gasofen im Badezimmer gefährlich? Es ist doch eine alte, viele Jahre lang geprüfte Lösung - einen solchen Ofen hatten fast alle unseren Verwandten und Bekanten und die haben es doch auch geschafft, glücklich zu überleben - vielleicht ist das also alles viel Lärm um nichts? Worauf sollte man achten, wenn sich im Badezimmer ein solcher Ofen befindet?

 

Als Erstes sollte man unterstreichen, dass das, was uns potenziell schaden kann, nicht das Gas aus der Gasinstallation ist, sonder das Produkt der unzureichenden Verbrennung, das Kohlenmonoxid. In normalen Bedingungen sollte das Gas im Herd bei ausreichendem Zugang von Sauerstoff verbrannt werden und Wärmeenergie und Kohlendioxid (also genau das Gas, das wir auch einatmen) produzieren. Falls jedoch der Luftzugang begrenzt ist, kommt es zu einer etwas anderen chemischen Reaktion, bei der Kohlenmonoxid als Produkt entsteht. Ursache hierfür ist, dass das, was die Gefahr darstellt, in Wirklichkeit nicht der Ofen ist, sonder... ein zu dichtes Haus.

 

Die Tatsache, dass während der Epoche der Volksrepublik Polen die meisten Häuser mit genau so einem Ofen ausgestattet waren und es nicht zu Unfällen mit Kohlenmonoxidvergiftungen gekommen ist, ist darauf zurückzuführen, dass beim Bau der soziorealistischen Häuser gepfuscht wurde. Aufgrund von objektiven Schwierigkeiten, allgemeiner Mäßigkeit und der schlechten Materialqualität waren die Häuser einfach nicht dicht. Und sie waren in einem solchen Maße undicht, dass es nicht nur Durchzüge gab, sondern gleich Schnee auf dem Fensterbrett. Auf dem Fensterbrett im Inneren des Hauses. Es war Standard, dass während der Herbst-Winter-Saison alle möglichen Decken unter die Fensternischen und in die Lüftungsschächte gestopft werden mussten, um eine einigermaßen gute Wärme zu erhalten. Selbst auf diese Weise „gesicherte“ Fenster und Türen waren weiterhin undicht und das zu unserem Glück – sie haben nämlich die dauerhafte Frischluftversorgung für unsere Lungen und unsere Gasöfen sichergestellt.

 

Heutzutage bauen wir immer dichtere Häuser. Und damit nicht genug, denn diese werden noch mit super dichten Türen und Fenstern ausgestattet, um Verluste von Wärmeenergie zu reduzieren und an den Heizkosten zu sparen. Daran ist auch soweit nichts auszusetzen, außer der Tatsache, dass man leicht mit der Abdichtung übertreiben kann – und das kann schwerwiegende Folgen haben: von dem Pilzauswuchs auf den Wänden bis hin zu Beerdigungen von Familienmitgliedern. Kohlenmonoxid hat nämlich die hässliche Eigenschaft, dass wenn er von den Lungen in den Blutkreislauf gerät, er den Transport von Sauerstoff durch das Blut unterbindet. Aber da er weder eine Farbe noch einen Geruch hat und darüber hinaus langsam angreift, ist es überaus einfach, einfach „einzuschlafen“ und... zu ersticken.

Damit es interessanter ist, ist es nicht einmal notwendig, auf einmal die tödliche Dosis zu schlucken. Ebenso gefährlich ist das ständige Einatmen von geringen Kohlenmonoxidmengen, die sich langsam und still im Körper ansammeln und zunächst völlig unspezifische Symptome hervorrufen, wie Schwäche, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl und eine allgemeine Müdigkeit. Es sind so unbeschwerliche Symptome, dass es leicht ist, diese zu bagatellisieren und sein schlechtes Befinden mit Müdigkeit, Stress, Schlafstörungen usw. zu erklären. Kohlenmonoxid ist ein leiser und hinterhältiger Mörder und selbst wenn er langsam wirkt, kann eine Vernachlässigung seiner Wirkung nur ein Resultat haben.

 

Kann man sich vor einem so unnötigen Tod schützen? Sicher – das Erste, was Sie machen müssen, ist die Räume regelmäßig zu Lüften, vor allem das Badezimmer. Falls wir diese Möglichkeit haben sollten, ist es sinnvoll in diesem ebenfalls zusätzliche Lüftungsöffnungen zu montieren. Außerdem ist es sinnvoll, in Kohlenmonoxidmelder zu investieren – diese kosten unter 100 PLN. Ein wirklich geringer Preis für das eigene Leben und das Leben unserer Liebsten.